Einmal Irland und zurück
In diesem Erfahrungsbericht unserer beiden Camper Tom und Hans nehmen die beiden uns mit auf eine traumhafte Strecke quer durch die Insel. Irlands schönste Seiten entdecken (trotz irischem Wetter).
Anreise und Roslare
Anreise mit dem Wohnmobil – und das Fähren-Abenteuer
Im Juni/Juli 2025 machten wir (Tom und ich) uns mal wieder auf den Weg nach Irland. Dieses Mal mit dem Camper, einem umgebauten Citroen Jumper.
Im Gegensatz zu 2024 nahmen wir den direkten Weg mit der Fähre von Dünkirchen nach Roslare.
Am Avant Port Ouest fuhren wir auf die Fähre, wo unser „Jumpy“ sicher für die Überfahrt abgestellt wurde.
Etwa 24 Stunden später winkte das grüne Irland.
Alternativ kann man auch die Fähre von Calais nach Dover nehmen und dann über Land Richtung Westen nach Fishquard reisen und von dort aus nach Roslare übersetzen. Netter Nebeneffekt, wenn man genug Zeit einplant ist ein Halt bei Stonehenge auch noch möglich.
Achtung: Großbritannien gehört nicht mehr zur EU, also gültiges Visum nicht vergessen!
erster Stopp in irland
Ankunft in Roslare gegen 21 Uhr.
Ein paar Kilometer entfernt vom Hafen fanden wir einen ruhigen Platz für die erste Nacht. Kein offizieller Campingplatz, sondern einer dieser zahlreichen Parkplätze, auf denen man mit dem Camper übernachten darf. Für die Suche nach solchen Übernachtungsmöglichkeiten ist die App „Park4Night“ sehr hilfreich. Für ausführlichere Infos, haben wir bereits einen Blog über die nützlichsten Camping-Apps verfasst – AVP Campingland approved!
Von Lough inagh Point über die Skyroad bis Westport
Lough Inagh Point – Panorama pur
Der nächste Halt: Lough Inagh Point.
Wer die Mischung aus See, sattgrünen Flächen und hügeliger Kulisse liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Nur die Busladungen anderer Touristen sollte man einkalkulieren.
Clifden – gutes Essen und guter Stellplatz
Clifden, eine charmante Kleinstadt am Wild Atlantic Way, verführt mit Cafés und Restaurants.
Sky Road & Cleggan – Küstenkino vom Feinsten
Von Clifden aus kann man die „Sky Road“ befahren. Die Sky Road bietet spektakuläre Blicke aufs Meer und die vorgelagerten Inseln – allerdings ist sie nicht sehr breit und verläuft stellenweise haarscharf an der Steilküste.
Für die Pause zwischendurch
Das Fischerdorf Knockbrack Cleggan mit exzellentem „Fish and Chips“ im „Little Fish“.
Kylemore Abbey & Leenaun
Kylemore Abbey – ein beeindruckender Landsitz mit riesigem Park und einem sog. „Walled Garden“ ist immer einen Besuch wert. (Auch bei kühlem Wetter).
Von dort aus ging’s nach Leenaun (hier soll es den besten Irish Coffee geben), vorbei an den Wasserfällen von Aasleagh und hinauf zum Sheffry Pass mit Ausblick Deluxe.
Doolough Valley
einer dieser Orte, bei denen man einfach stehenbleibt und … Eigentlich nix „und“ man ist einfach da und lässt die Schönheit auf sich wirken.
Übernachtet wurde direkt am Ostufer des Sees.
Westport
eine bunte Kleinstadt mit zahlreichen Straßencafés und erstaunlich wenigen Touristen.
Von Piraten, Nationalparks und Kuchen.
Historisch ging es weiter: Nach einem guten irischen Frühstück (ohne Pudding black and white) gab es Sightseeing in der Stadt sowie die Besichtigung des örtlichen Castles und deren weniger gemütlichen Kerker. Die berühmte irische Piratin Grace O Malley war hier vor ihrem Deal mit der englischen Königin eine Weile Gast in den weitläufigen Kerkern, die das Schloss zu bieten hat.
Unseren nächsten Platz zum Übernachten fanden wir am kleinen Hafen von Carrickahowly.
Auch hier konnten wir einfach übernachten, ohne dass sich jemand daran gestört hätte.
Achill Island – rauer Charme
Auf Achill Island besuchten wir den anderen Wohnsitz von Crace O’Malley. Sie bewohnte dort einen der zahlreichen Türme Irlands.
Von dort aus ging es weiter zu den White Cliffs Of Ashleam. Dass auch dies atemberaubende Ausblicke beschert muss – glaube ich – nicht erwähnt werden.
Ballycroy Nationalpark
Ein schöner und leicht zu gehender Rundwanderweg führt durch die sanfte Hügellandschaft. Am Empfang saß ein sehr freundlicher Mitarbeiter, der uns sogar auf den Aussichtsturm mitnahm zu dem Touristen üblicherweise keinen Zutritt haben. Er erklärte uns auch, dass dies auch der Ort Irlands ist, an dem es die geringste Lichtverschmutzung gibt.
Wichtig: Der Kuchen , den wir bei frischen 12° und etwas Wind draußen Genießen durften, war richtig gut.
Erris Head Loop
Strandaufenthalt – nur etwas kalt.
Rinroe Beach, Ballina & weiter
Rinroe Beach, trotz Regen, beeindruckend.
Im Hafen von Ballina liegt ein auf Grund liegendes Betonschiff aus dem Zweiten Weltkrieg.
Killybegs, Maghera Beach und Caves
Killybegs – viele Fischtrawler, aber kein frischer Fisch. Dafür Maghera Beach: weitläufig, mit Höhlen, beliebt bei Locals.
Derry & Nordirland
Derry (oder Londonderry) ist auf jeden Fall einen Besuch wert, sei es die Guild Hall oder ein Rundgang auf der Stadtmauer oder, oder, oder…
Von Belfast bis Trim
Mount Stewart Garden
Nicht weit von Belfast entfernt liegt der Mount Stewart Garden – ein Park englischer Art, in dem sich Natur und gepflegte Gartenarchitektur charmant abwechseln. Manche Bereiche wirken fast wild, andere sind wie aus einem Landschaftsmalbuch. Von allen besuchten Gärten in Irland gehört dieser zu den schönsten – besonders an sonnigen Tagen.
Einziger Wermutstropfen: Das Café konnte kulinarisch nicht mit dem Park mithalten. Kuchen eher so „geht so“.
Trim Castle
Weiter ging es nach Trim.
Bekannt war es schon zu Zeit der Wikinger, die es immer mal wieder besuchten.
In der Neuzeit jedoch wurde Trim Castle, eine normannische Burg aus dem 12. Jahrhundert (übrigens die größte ihrer Art in Irland) Irland, bekannt als Kulisse für Braveheart.
Direkt daneben steht noch der gespaltene Kirchturm der ehemaligen St. Mary’s Abbey. Ob Oliver Cromwell oder die eigenen Leute ihn zerstört haben, bleibt ein kleines irisches Mysterium.
Der Ort Trim selbst ist eine Perle mit zahlreichen Pubs und vielen freundlichen Leuten (wie überall auf der Insel).
den Camper am besten am Ortsrand stehen lassen. Der Ortskern ist ehe eng und bietet für Fahrzeuge dieser Größe wenig Platz. Außerdem kann man sich auf die bunten Fassaden, Pubs und so weiter konzentrieren, anstatt einer Lücke zu suchen, in die man sich reinquetscht. Außerdem denke ich, dass das auch den Einwohnern besser gefallen würde.
Dublin
Wie soll ich Dublin beschreiben? Mir fällt dazu eigentlich nur ein: fröhlich, unbeschwert, lustig, bunt, gesellig. Bei unserem letzten Besuch leider ein klein wenig überlaufen von den zahlreichen Touristen.
Powerscourt Waterfalls
Etwas außerhalb von Dublin wartet ein Naturhighlight: die Powerscourt-Wasserfälle, Irlands höchste, eingebettet in ein malerisches Tal. Ideal für eine kleine Wanderung oder ein Picknick.
Duketts Grove
Auf dem Weg weiter nach Süden entdeckten wir Duketts Grove – ein ehemaliges Herrenhaus, das im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde. Heute ist es eine beeindruckende Ruine, umgeben von einem Garten, der noch den alten Charme versprüht. Betreten kann man das Innere nicht, aber ein Spaziergang rundherum lohnt sich.
Huntington Castle
Zum Abschluss des Tages machten wir Halt am Huntington Castle. Die Anlage ist vergleichsweise „neu“ und beherbergt einen schönen Garten. Wer möchte, bekommt eine Führung durchs Schloss – fotografieren ist allerdings nicht erlaubt. Dafür entschädigen die kulinarischen Genüsse im Café.
Kleine Warnung am Rande: Die Pfauen auf dem Gelände sehen harmlos aus, aber knabbern gerne mal Füße an.
Wie wir Irland erlebt haben.
Dies war unser vierter Besuch in Irland. Die Insel bietet für Camper sehr viel. Die Menschen sind offen, hilfsbereit und sehr freundlich. Die Wege, die uns an die gezeigten Ziele gebracht haben sind zum Teil für unsere hiesigen Verhältnisse sehr eng. Manche Straße ist dazu noch sehr holperig. Und weil es hier auch immer mal wieder etwas regnet ist es dann auch schon mal rutschig. Es empfiehlt sich daher eine entspannte und vor allem eine defensive Fahrweise (hat man ja auch in der Fahrschule mal so gelernt)
Wir haben bevorzugt an freien Orten übernachtet, aber Irland bietet ebenfalls sehr schöne Campingplätze die immer sauber und mit äußerst freundlichen Mitarbeitenden leicht auffindbar sind.
Mein Fazit:
Es wird nicht unser letzter Aufenthalt dort gewesen sein.